Gleich zwei LB44 Teams hatten die Ehre, den Regionalverband an den Minibasektballtagen in Martigny zu vertreten. So trafen sich die U13 und die U11 Mannschaften früh am Samstagmorgen, dem 24. Mai. Pünktlich um 7.45 machte sich unsere Wagenkolonne auf nach Martigny. Um 11h sollten die Minis zum ersten Mal zum Einsatz kommen. Der Gegner hiess Blonay. Natürlich wussten wir, dass es schwierig werden würde gegen die vielen Teams aus der Westschweiz und dem Tessin. Doch gibt es nichts besseres als gegen stärkere Teams herauszufinden, wo man wirklich steht.
Blonay zeigte uns sofort die Grenzen auf. Nach dem ersten Viertel stand es 0-15. Es war eine eindrucksvolle Demonstration von Athletik, Technik und Effizienz der wir ausgeliefert waren. Das zweite Viertel lief besser, trotzdem ging es mit 6-12 an Blonay. Nach einem, weiteren 0-17 war die Sache gelaufen, so dass wir wenigstens die Gelegenheit nutzten Dani, der eigentlich mit einer Rippenprellung krank geschrieben war, zu schonen. Die 9-57 Niederlage war brutal. Wie stark Blonay war zeigte sich im restlichen Verlauf des Turniers. Natürlich gewannen sie alle vier Partien souverän, inklusive dem höchsten Sieg aller Mannschaften mit 93-8. Noch nie etwas von Blonay gehört? Es ist der Heimklub des ersten schweizer Spielers in der NBA: Thabo Sefolosha.
An diesem Turnier wird nach anderen Regeln gespielt als in den Meisterschaftspielen des BVN. Da jeder Spieler maximal zwei Viertel spielen darf, müssen praktisch zwei Mannschaften gebildet werden. Dass wir etwas Erfahrung mit diesen Regeln aus den Probasketturnieren hatten, kam uns entgegen. So entschieden wir uns trotz der Startniederlage unverändert aufzustellen. Im ersten und dritten Viertel würde Sven den im Durchschnitt etwas älteren Mannschaftsteil führen, während Dani diese Aufgabe im zweiten und vierten Viertel übernahm.
Nach vierstündiger Pause traten wir gegen Grand-Saconnex an und die Rechnung ging auf. Zwar gingen wir zuerst wieder in Rückstand, doch bis zur Halbzeit hatten wir diesen in einen 13-10 Vorsprung verwandelt. Zwar gelang es uns zu Beginn des dritten Viertels noch nicht, das Spiel zu beruhigen, doch im letzten Viertel war es so weit. Geduldig auf unsere Chancen wartend „gewannen“ wir den letzten Abschnitt 13-0 und kamen so zu einem verdienten 30-17 Sieg. Die Welt war wieder in Ordnung und wir freuten uns auf den letzten Match des Tages gegen Aigle Chablais.
Aigle war der erwartet starke Gegner. Da unsere Defense zuerst nicht wunschgemäss funktionierte, erlaubten wir Ihnen zuviele leichte Punkte und lagen bei Halbzeit entsprechend mit neun Punkten zurück. Eine klare Leistungssteigerung gleich zu Wiederbeginn brachte uns zurück ins Spiel. Nachdem wir in den letzten zwei Vierteln lediglich vier respektive sieben Punkte erlaubten, ging es in der letzten Minute hektisch zu und her. Da an diesem Turnier die Uhren nicht gestoppt wurden, lief uns die Zeit davon. Ein Foul führt unweigerlich zu viel Zeitverlust. So gelang es uns nicht mehr, die gute Leistung mit einem Unentschieden zu krönen, denn wir verloren knapp mit 28-30. Wie gut und ausgeglichen unsere Mannschaft spielte zeigte sich nicht zuletzt an der Anzahl Punktesammler. Zwar war Dani auch diesmal für beinahe die Hälfte aller Punkte verantwortlich, doch teilten sich nicht weniger als sechs Spieler die restlichen Körbe.
Nach einem anstrengenden Tag durfte sich die U13 nun zum Nachtessen zurückziehen. Nach dem Spaghetti Dinner schauten wir uns den Viertelfinal der U17 Damen Schweizermeisterschaft an, bevor wir uns spät in Richtung Fully zur Übernachtung begaben. So oder so sollte die Nacht kurz werden, denn tritz der Müdigkeit war es schwer in der Hitze einzuschlafen.
Am nächsten Tag ging es für die U13, Im Gegensatz zur U11, gemütlich los. Auf das Frühstück folgte ein Motoriktraining mit Musik unterstützt. Vor allem für uns Trainer war es wertvoll zu sehen, wie man Akustik als zusätzliches Traininselement einsetzen kann.
Um 12h dann das letzte Spiel der Minis an diesem Turnier. Regensdorf, eine der Topmannschaften des Nord-Ostschweizerischen Basketballverbandes, sollte uns eine Vergleichsmöglichkeit zwischen Deutschweizern bieten. Die erzwungene Teilung eines Teams in zwei praktisch unabhängige Mannschaftsteile führte hier zu einer kuriosen Situation. Es schien, als hätten die Regensdorfer im ersten und dritten Viertel die stärkere Mannschaft auf dem Feld. Auf jeden Fall erlaubten sie in diesen zwei Vierteln jeweils nur zwei Punkte. Da wir uns revanchierten und im zweiten und vierten Viertel nicht mehr als zwei Punkte zu liessen, sollte das letzte Viertel entscheiden. Nach einem 15-2 Lauf erreichten wir unseren zweiten Sieg, diesmal mit 29-20.
Das Fazit für die Minis ist durchaus positiv. Zwar verloren wir gegen Blonay diskussionlos, doch ansonsten hielten wir gut mit. Mit Ausnahme von Schaffhausen schloss keine Deutschweizermannschaft besser ab als wir. Selbst das regional in dieser Saison unantastbare Boncourt kam „nur“ zu zwei Siegen. Noch wichtiger als die Resultate war aber, dass unsere Spieler Spass hatten und, da das Wetter seinen Teil dazu beitrug, die frische Walliserluft ausgiebig geniessen konnten.
Die Poussins begannen ihr Programm am Samstag eine Stunde nach den Minis. Das erste Spiel, gegen Helios Basket, gint nach anfänglich ausgeglichenem Spiel doch noch relativ klar mit 10-38 verloren. Leider war dies erst der Anfang, gingen doch während der zwei Tage alle vier Spiele der U11 Mannschaft verloren. Das war etwas frustrierend, da wir mindestens zwei Spiele, beide gegen Westschweizer Mannschaften, mit etwas Abschlussglück hätten gewinnen können. Frustrierend nicht nur für die Spieler und den Coach, aber auch für die Eltern, die mitleidend an der Seitenlinie standen und ihre Kinder anfeuerten. Die Bälle wollten einfach nicht in den Kob, obwohl diese tiefer hingen als üblich, nämlich 2.60m. Mit der nötigen Distanz betrachtet fällt das Fazit aber positiv aus. Die U11 Mannschaft bestand grösstenteils aus neuen Spielern, die im Verlaufe der Saison ohne Basketballerfahrung zu uns gestossen waren. Natürlich fehlt noch einiges an Basiskönnen. Trotzdem nahmen sie die Herausforderung an, gegen Top Teams aus allen Regionen der Schweiz anzutreten. Auf diesen Erkenntnissen wir der Coach aufbauen und vor allem das Schusstraining forcieren. Deshalb jetzt bereits eine Warnung an all jene, die nächstes Jahr vorhaben, an die Minimeisterschaften zu fahren: Wir werden kommen und siegen!
Zum Abschluss stand ein Spiel zweier Auswahlmannschaften der teilnehmenden Minis auf dem Programm. Sven, der eigentlich für das Spiel nominiert wurde, musste schliesslich zu schauen. Der Grund war, wie sich später herausstellte, dass sein Name beim Aufrufen übersehen wurde. Trotz diesem Ärgernis war die Organisation im grossen und ganzen gut. Vor allem die preisgünstigen Lebensmittel und Getränke seien hier positiv erwähnt.
Nun blieb lediglich noch die Medaillenübergabe. Alle Teilnehmer erhielten zudem einen Gutschein für ein Walliser Skigebiet. Nach zwei langen tagen traten wir nach 16h die Heimreise an. Glücklich aber müde vielen wohl die meisten zu Hause schnell ins Bett.
Für die LB44 Minis war dies die zehnte Teilnahme an den Minibasketballtagen in Folge! Zehn Jahre unter den besten, auf eine solche Serie sind wir stolz. Sie wäre nicht möglich ohne den Extraeinsatz von Spielern, Trainern, aber auch so vieler Eltern. Ihnen gebührt die Anerkennung, bringen sie doch die Kinder ins Training, an Spiele, Turniere, motivieren sie dafür und nehmen am Klubleben teil. Ohne die vielen freiwilligen Fahrer nach Martigny hätten wir es schlicht nicht geschafft.